Der Rasende Roland

Der Rasende Roland am Haltepunkt Jagdschloss Granitz im Herbst 2008
Der Rasende Roland am Haltepunkt Jagdschloss Granitz im Herbst 2008

Ein unverwechselbarer Bestandteil der Insel Rügen ist eine der letzten Dampfbahnen Deutschlands. Die mittlerweile als technisches Denkmal eingestufte Schmalspurbahn fährt schnaufend und dampfend seit mehr als 100 Jahren Besucher über Deutschlands schönste und größte Insel. Noch 24,1 km lang ist das letzte Stück des einst fast 100 km umfassenden Gleisnetzes der ehemaligen Rügenschen Kleinbahnen, das ehemals über zwei voneinander getrennte Streckenabschnitte verfügte.
Der südliche, heute teilweise noch befahrene, führte vom Normalspurbahnhof Altefähr aus über Garz und Putbus nach Göhren, während der nördliche, mittlerweile stillgelegte Streckenteil, am Normalspurbahnhof Bergen begann und über Trent, der Wittower Fähre und Wiek nach Altenkirchen führte. Im Juli 1895 eröffnete die Rügensche Kleinbahn-Aktiengesellschaft (RüKB) den ersten Gleisabschnitt von Putbus nach Binz. Bis 1899 war das gesamte Streckennetz fertig gestellt. Zwischen den beliebten Seebädern Putbus und Göhren war der Personenverkehr immer dominierend, während auf den anderen Streckenteilen der Güterverkehr am wichtigsten war. Das führte jedoch Ende der 60er Jahre zur Stilllegung, die Natur hat diese Flächen zurückerobert. 1998 begann die Restaurierung der verbliebenen Gleise. Wegpunkte, die der Rasende Roland auf seiner Tour durch die Granitz und das Mönchgut passiert sind heute unter anderem das verschlafene Fischerdorf Lauterbach mit der Fährverbindung zur Insel Vilm, die Kulturhauptstadt Putbus mit Theater, Parkanlage, Orangerie und einmaliger Rondelbebauung im klassizistischen Stil, das scheinbar nie schlafende mondäne Ostseebad Binz, das Jagdschloss Granitz, das Ostseebad Sellin mit seiner 100 Jahre alten Seebrücke und der neue Kurpark im Ostseebad Göhren. Familien- und gruppenfreundliche Tarife, der Transport von Fahrrädern, Sonderzüge, Ausbildungsmöglichkeiten zum Ehrenlokführer und das heute eher seltene Flair eines klassischen Dampflokbetriebes machen die Fahrt mit dem Rasenden Roland das ganze Jahr über zu einer echten Attraktion, die an die technische Entwicklung vorangegangener Epochen erinnert.

Quelle: http://www.ruegensche-baederbahn.de
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